* Saskia Katharina Krost * Saskia Krost * °SchreibeNet° Passion als Projekt - SchreibArt und Ausdruck | SchreibeNet ist ein privates Projekt, das aus der Leidenschaft zum Schreiben erwachsen ist... 
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Passion als Projekt - SchreibArt und Ausdruck

 

* Saskia Katharina Krost * Saskia Krost *

 

Texte # Schriften  # Gedichte # Gedanken # Spiritualität # Zeitkritik # Aufstieg

 

 

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# SchreibeNet # Passion als Projekt - SchreibArt und Ausdruck

 

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SchreibeNet ist ein privates Projekt, das aus der Leidenschaft zum Schreiben erwachsen ist und als kreativer Pool einer Einzelperson angesehen werden kann. Verschiedene Texte, Abhandlungen, Essays, Gedichte und Gedanken sind Inhalt dieser Site.  Die Themen, denen hierbei Fokus und Aufmerksamkeit geschenkt wird, reichen von Alltagsphänomenen über Betrachtungen hiesiger Gegenwart, Realität und Überzeugung bis hin zu Spiritualität,  Esoterik, möglicher Utopie und Ideal. Kreativer Ausdruck, innovativer Ansatz und individuelle Reflexion abseits ausgetretener Pfade werden in den Mittelpunkt gerückt, Individualisten, Querdenker und Freigeister wollen die Hauptrolle auf diesen Seiten spielen. Autoren und Fremdautoren inkl. ihrer kreativen Erzeugnisse wie Texte sind gern gesehener Gast, fester Bestandteil dieser Site und somit jederzeit willkommen. Entsprechende Kontaktaufnahme wird nicht nur offener Arme begrüßt, sondern ist sogar ausdrücklich erwünscht!

 

Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer. Texte | Gedichte | Gedanken von Alltag bis Spiritualität.

 

 

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Weshalb diese Homepage?

 

Es gibt zu diesen Tagen viele Menschen, denen die Worte unter den Nägeln brennen, denen das Schreiben unbedingter Ausdruck und Leidenschaft ihres Herzens bedeutet. Ich bin eine dieser vielen.

 

Es gibt zu diesen Tagen viele Menschen, denen die Worte Geliebter und Kind zugleich zu sein wünschen, Gefährten, die ihnen Heimat, Verständnis und Rückhalt verheißen. Ich bin eine dieser vielen.

 

Zugleich gibt es zu diesen Tagen viele, denen der Begriff "Mainstream" bis hierher insofern eine fremde Vokabel bleiben sollte, als dass ihnen diese Welt viel seltener den guten Stil, als viel häufiger ihre 'schwere Verkäuflichkeit' attestiert. Ich bin eine dieser vielen.

 

Und nicht zuletzt gibt es viele, denen es nicht das Wichtigste ist, wie alle zu sein. Ich bin eine dieser vielen.

 

Einige dieser vielen haben sich aufgemacht, ihren Geliebten bei der Hand zu nehmen, um eigens Ausschau nach einer Bühne zu halten, die ihrer Liebe Schauplatz und Spielfläche verspricht.

 

Ich bin eine von ihnen.

 

 

Was darf erwartet werden?

 

Grundsätzlich alles und jedes als auch nichts und niemand. Tatsächlich habe ich diese Site vorrangig mit dem Anliegen geschaffen, beliebigen Gedanken & Empfindungen Plattform zu verschaffen, einer persönlichen Passion die Hände zu entbinden sowie Stimme zu verleihen - zu teilen und mitzuteilen, was ein weiteres Individuum dieser Erde bewegt.

Der Rest ist eine Reise, die ihr Ziel erst unterwegs bestimmt.

 Denn ebenso wenig, wie es mir jemals recht gelingen will, solch beliebten Fragen á la "Was sind Deine Hobbies?", "Wohin gehst Du in der Regel am Wochenende?" oder "Was hörst Du für Musik?" zufriedenstellende Antwort zu geben, derart schwer fällt es mir ebenfalls hier, in Aussicht zu stellen, welche Inhalte diese Seiten letztlich füllen werden. 

Und dennoch: In gleicher Weise, wie auch ich ganz gewiss über geliebte Freizeitbeschäftigungen, Musikvorlieben und/oder immer wieder aufgegriffene Wochenendaktivitäten verfüge, werden auch diese Seiten letzten Endes ihre ganz eigenen Wesenszüge tragen und zweifelsfrei meiner Person charakteristische Inhalte beherbergen. Problem nur: Es fällt mir schwer, sie zu benennen. Mich in den Schubladen dieser Welt wie in einem Penthouse zu fühlen.

  

Sicherlich bin ich ein Mensch, dem Grenzen, beschneidende Norm, als auch zu eng gesteckte Kategorie seit jeher ein Graus waren und dies über die Jahre gleichfalls geblieben sind. 

 

Insofern galt mein Augenmerk zeitlebens jedoch viel weniger dem, was 'ist', als vielmehr dem, was darüber hinaus 'sein kann'. Und insofern war das, was ich gestern tat, kaum immer deckungsgleich mit dem, was ich heute tue, geschweige denn mit dem, was ich morgen tun möchte. 

 

 

Sicherlich bin ich zudem ein Mensch, der Vielfalt & Facettenreichtum, stetige Ausdehnung & Entwicklung nicht nur als Worte, sondern vor allem als einzig berechtigte Maßstäbe begreift. 

 

Insofern war und bin ich aber unentwegt offen für das, was mir weiterhin begegnen und seinerseits den liebevollen Bruderkuss schenken will.

  

Aus benannten Gründen möchte ich diese Seiten jedoch bereitwillig beliebigen Anspruchs und jeglicher Statuten entheben - und ihnen somit eventuell nachfolgende Eigenheiten duldsam durchgehen lassen... 

 

 

Und sonst?

 

Bei aller in Aussicht gestellter Farbigkeit wird sich eines nur schwerlich verbergen lassen: Ja, mir ist die Spiritualität kein Fremdwort. Und auch dies ist kaum zu leugnen: Ja, ich habe in meinem Dasein bereits durchaus nach dem Sinn des Lebens gefragt. Und zwar nicht nur einmal.

 

Ergebnis meiner konsequenten Suche nach Antwort ist ein Hier und Heute sicherlich ausgeprägter spiritueller Background, der nicht zuletzt seinen Widerhall auf diesen Seiten finden wird - so bedingt es mein Wesen. Sagen wir bei Gelegenheit einem Maler, er solle sich geeigneten Ausdruck verschaffen ohne hierbei einen Pinsel oder aber Farben zu benützen - er dürfte ganz gewiss seine Schwierigkeiten haben.

 

 

Dennoch ist es mir bisher immer noch gelungen, ein halbstündiges Gespräch zu führen, ohne die Vokabel 'Gott' fallen zu lassen. Es ist mir bisher immer noch gelungen, einen vollen Abend auf einem Stuhl zu verbringen, ohne dass mein Körper flehend nach dem  Lotussitz verlangte - und es ist mir bisher immer noch gelungen, mehrere Stunden im Flugzeug zu verweilen, ganz ohne hierbei Passagiere und Besatzung zum gemeinschaftlichen Meditieren aufzufordern. Im Falle einer Langstrecke wird es eng, ich gebe es zu...

 

Aber im Ernst: Dies will meinen, dass die spirituelle Beschäftigung zwar sehr wohl unleugbaren Teil meines Wesens ausmacht, nicht aber, dass sich mein Wesen auf denjenigen Wesensteil der Spiritualität beschränkt. 

 

 

Und nicht zuletzt soll es Freunde und Bekannte geben, die noch nicht einmal das geringste von derlei 'geheimen Neigungen' ahnen - ich scheine demnach tatsächlich über ausreichend andere Gesprächsthemen zu verfügen... 

 

Ich hoffe, dass dies vorerst zumindest jeden dieser zu beruhigen weiß, der meine Site zu diesem Zeitpunkt bereits fluchtartig verlassen hat, und der daher kaum mehr zu erreichen ist...

 

 

Ansonsten und für jeden Tapferen gilt: "Himmel und Hölle bekommt man zuweilen im selben Sack!"

 

 

Was bleibt zu sagen? Viel Vergnügen auf diesen Seiten,

 

Saskia

 

 P.S.: Diese Site findet sich in stetiger Erweiterung - wer wissen möchte, was sich seit seinem letzten Besuch getan hat, bzw. was eventuell neu hinzugekommen ist, gehe bitte auf  " Was ist neu? "

 

Diese Seiten wurden für eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768 konzipiert. Für eine korrekte Darstellung der Webseiten müssen Frames darstellbar sein, JavaScript und CSS ausführbar & natürlich auch aktiviert sein.  

was ist neu?

 

Ein fortlaufender Statusbericht dieser Homepage - der es hoffentlich überflüssig macht, sich jedes Mal erneut durch die Tiefen und Untiefen dieser Homepage zu arbeiten, um auf diese Weise - sowie im Angesicht äußerst unerquicklicher Fleißarbeit - gegebenenfalls noch Unbekanntes bzw. Unentdecktes für sich auszumachen. 

 

Was ist neu und wo zu finden? Antwort gibt: [was ist neu]  - Dieselbe Funktion erfüllt noch komfortabler: [SchreibeNet|Newsletter]

 

Tagesformen

 

" Wer eigentlich hat unsere liebe Erde wie einen fetten Braten mit soviel Absurdität gespickt? " - Christa Schyboll.  Lyrikerin, Aphoristikerin, Schriftstellerin, Eventmanagerin & freie Journalistin -

 

Das tägliche Leben als wundersame Inspirationsquelle inkl. kaum zu verachtendem Unterhaltungswert. Wie fragte mich einmal jemand? "Du nimmst das Leben aber nicht besonders ernst, kann das sein?" Es wäre sicherlich schön, wenn ich dieses oder ähnliches von mir behaupten könnte. Aber wie heißt es so schön? Humor ist, wenn man trotzdem lacht. In diesem Sinne...

 

[Kennste, haste, weißte...] [Partnerwahlen] [Ringelpiez mit Anfassen]  

 

Lebensfragen

 

" Während die Weisen grübeln, erobern die Dummen die Festung. "  - aus Serbien -

     

Und siehe da: Hier wird es schon nachdrücklicher. Fragen an das Leben, das Leben auf dem Prüfstand, die Gegenwart im Gerichtssaal berechtigter Sinnfrage. Überraschen sollten uns meines Erachtens dennoch nicht unsere gelegentlich auftauchenden Lebensfragen - sondern vielmehr, weshalb wir nicht viel öfter mit ihnen beschäftigt sind. Aberwitz als zukunftsweisendes Lebenskonzept? Ich möchte nach wie vor anderes hoffen...

Mondlicht

" Du hast von mir Briefe bekommen, sie sind dein Leben lang... " - Erich Limpach. Dichter, Schriftsteller & Aphoristiker -

Liebeswehen, Herzensdinge, Verlangen, Sehnsucht und Leidenschaft. Gibt es Dinge, mit denen wir vergleichbar beschäftigt sind? Ich glaube kaum. 

Aber: Womit auch?!

 

[poetries] [ankommen] [LiebesLettern]  [Entfernung] [Wünsche] [Liebe Liebe]

 

Spiritualität & Co.

 

" Das Leben ist nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer. "  - Johann Christoph Friedrich von Schiller.  Dichter & Dramatiker -

Ich habe es prophezeit - hier kommt die geballte Ladung: Spirituelles bis zum Knock-out und Abwinken, Himmlisches & Geistiges bis hin zu Unwohlsein und zu latentem Schwindel. Ich übertreibe? Ganz bestimmt. 

 

Herzstück dieser Kategorie sind sicherlich die (Wider)Sinne - mir selbstauferlegte Therapie zum Umgang mit der ganz regulären Narretei...

 

Mangelnder Bezug|Desinteresse|blankes Unverständnis? Macht nix. Geht mir bisweilen kaum anders... 

 

[Warum Spiritualität] [(Wider)Sinne] [Ein ganz normaler Tag] [Think Pink] [Spiritualität und Finanzen] [Geliebter Seelenfreund] [Die Sache mit dem Karma] [Spirituelle Bedingungssätze] [Ich bin wir] [Selbstbilder] [Jenseitige und andere Welten] [Reversible Spiritualität]
Utopien eines Morgen

 

 " Unsere Visionen beginnen mit unseren Wünschen. "   - Volksweisheit -

 

Utopien braucht diese Welt - nahezu mehr noch als Bewusstsein. Denn für ein anderes Leben müssen wir uns zuallererst ein anderes erdenken. Eines erweist sich hierbei jedoch als ewiges Gesetz: 

"Die Utopisten von heute sind die Realisten von morgen." [dr. phil. Gerald Dunkl]

 

[Warum macht Arbeiten dumm] [Zärtlichkeit und Treue] [Joytopia] [Das Paradies sind wir]

Seelenweise

 

" Meine Gedanken und Erkenntnisse dem Leben ablauschen... "  - Elmar Kupke. Aphoristiker & Stadtphilosoph -

 

Die Seele am Kneipentresen sozusagen, ungeschönt, freimütig, und kaum in der Verfassung für rationale Selektion.

Das ewig volle Glas, eine fiktive Zuhörerschaft und den Traum von kopfnickendem Verständnis - was braucht man schließlich mehr? 

 

[poem] [Wie oft] [Trost] [Bitte] [Fernweh]

Dichter, Denker & Freigeister

 

" Man erkennt den Autor aus der Schrift vielleicht deutlicher als aus dem Leben. " - Johann Wolfgang von Goethe. Dichter, Naturwissenschaftler & Staatsmann  -

 

Quer-, Vor- und Andersdenker - die stillen Revolutionäre dieser Welt. 

poets * thinker * libertines - das Wort an Dichter, Denker & Freigeister.

 

[Im Spiegel der Lyrik] [Ich krieg' ne Krise] [Chaotify your life!] [Wenn der Schuh passt]

projects

 

" Was tun? Spricht Zeus. "  - Johann Christoph Friedrich von Schiller. Dichter & Dramatiker  -

° Interessantes | Bekanntes | Beachtenswertes °  

[...]

Kunterbunt

 

" Innerhalb eines geschlossenen Systems nimmt das Chaos mit der Zeit zu. "  - Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik -


Ungehinderte Unaufgeräumtheit und das regellose Allerhand - die Statuten dieser Kategorie. Demnach ausreichend Platz für alles, was Freude macht, diskussionsfrei auf die anständige Homepage dieser Tage gehört, oder aber aufgrund akuter Unzuordbarkeit dringendst eine eigene Rumpelkammer benötigt...

 

[InviteFriend] [Newsletter|SchreibeNet] [Chat]

Augenblicke

 

" Er setzte sich an eines Tisches Mitte, nimmt zwei Bücher - und schreibt das Dritte. "  - Wilhelm Busch. Zeichner, Maler & Schriftsteller -

 

Ein kleines Archiv kreativer Aufgebote aus dem Leben der Frau Saskia K.. Have a nice time...! 

 

[Märchen vom Chamäleon] [Gedichte|Gedanken]

 

C'est moi

 

" Von sich selber reden, ist für die meisten Menschen die Quintessenz der guten Unterhaltung. " - Erich Limpach. Dichter, Schriftsteller & Aphoristiker -

Und auch ich will hier eventuelles Laster als unbedingte Tugend vertreten...

Demnach: Viel Freude mit dem, was Ihr nie wissen wolltet, und ausreichend Spaß bei dem, das unter Umständen gerecht das Attribut 'ausufernd' verdient: C'est moi...!

 

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Kennste, haste, weisste

Es gibt da diesen Typus Mensch, den ich gerne als den "Kennste-Haste-Weißte"-Mensch bezeichne. Eine kuriose Spezies, deren Motivation mir bis heute nicht vollends transparent geworden ist. Und dennoch: Die Begegnung mit diesem Typ verspricht Spaß und Unterhaltung. Vorrangig für ihn.   

Und nicht zuletzt wird sich das Ego freuen. Nämlich seines.   

Unseres hingegen weniger. Unser eigenes Ego wird es vielmehr vorziehen, sich für den Rest des Disputs größtmöglich zurückhaltend zu präsentieren. Und sich bestenfalls seinen Teil denken. Sofern unser Ego nicht bereits ausgewandert ist. Dies, um fortan nur noch fernmündlich mit uns zu kommunizieren. Solange, bis wir ihm endlich versprechen, ihm künftig zur Seite zu stellen, was wir bisher zweifellos versäumten: Wissen. Ahnung. Kenntnis. Das einzig geeignete Rüstzeug für die Begegnung mit dem Kennste-Haste-Weißte-Mensch.     

Wissen ist Macht? Oder: Hat da vielleicht doch jemand etwas nicht ganz richtig verstanden?  

Merke: Viele Menschen definieren sich über ihr Wissen. So auch der Kennste-Haste-Weißte-Mensch.

Manche Menschen gehen nun noch einen Schritt weiter und definieren nicht nur sich selbst, sondern auch jegliches Gegenüber über ihr Wissen. Vergleiche: Der Kennste-Haste-Weißte-Mensch.

Und nicht zuletzt gibt es einige wenige Menschen, denen persönliches Wissen zum Maßstab für alles und jedes geworden ist. Darf ich vorstellen: Der Kennste-Haste-Weißte-Mensch.  

Der Kennste-Haste-Weißte-Mensch charakterisiert sich somit in erster Linie dadurch, dass die Fragen "Kennste?" – "Haste?" – "Weißte?" die am häufigsten gebrauchten Vokabeln seines Wortschatzes sind. Demzufolge wird er auch jedes Gespräch großzügig mit ihnen anzureichern wissen. Doch Achtung: Er verlangt Antwort. Keinesfalls haben wir es hier mit rein rhetorischen Fragen zu tun. Der Austausch mit dem Kennste-Haste-Weißte-Mensch sollte daher auch niemals unterschätzt werden. Tatsächlich befinden wir uns in genau diesem Moment auf dem gnadenlosen Prüfstand.  

Das Abfragen von Wissen, Ahnung und Kenntnis bedeutet dem Kennste-Haste-Weißte-Mensch im eigentlichen unverzichtbares Werkzeug innerhalb einer Welt, die von Unwissen, Unbelesenheit und/oder Uncoolness regiert wird. Vielleicht seine größte Angst: unwissend, unbelesen und/oder uncool zu sein. Hingegen sein größtes Plus: wissend, belesen und (nicht: oder) cool zu sein. Gleiche Persönlichkeitsmerkmale verlangt er jedoch auch jedem ab, den er als annähernd geistesverwandt oder wenigstens einigermaßen gleichberechtigt anerkennen will. Mit anderen als solchen gibt er sich aber nur ungerne ab.  

Goldene Faustregel: Ich bin nicht, was ich bin – ich bin, was ich weiß. Und in gar keinem Fall bin ich, was ich verstehe – nein, ich bin, was ich weiß. Und Du übrigens auch.  

Ein Dialog mit dem Kennste-Haste-Weißte-Mensch gestaltet sich demzufolge in etwa so (es spricht zuerst der Kennste-Haste-Weißte):  

"Grüße Dich, ich bin der Keanu. Du fragst Dich jetzt bestimmt, woher der Name kommt. Kennste?"

– Schon mal gehört.   

"Ist ja ein ganz bekannter Name. Meine Eltern haben mich damals auf Hawaii gezeugt, und Keanu bedeutet auf hawaiianisch 'die kühle Brise über den Bergen'. Kennste Hawaii?"

– Hmm, war aber noch nicht da.   

"Hawaii muss man einfach kennen. Ein berühmter Schauspieler heißt ja auch Keanu. Kennste?"

- Ja.   

"Seinen letzten Film fand ich klasse. Haste gesehen?"

- Glaub schon.   

"Und, wie fandest Du die Szene mit dem Lastwagen? Weißte welche?"

- Kann mich jetzt nicht genau erinnern.   

"Aber der Joke mit der Tomate war doch spitze. Haste mitgekriegt?"

- Hmm, weiß jetzt nicht.   

"Es gibt ja auch das Buch zum Film. Mega beeindruckend. Haste gelesen?"

- Nee.   

"Aber lesen tust Du doch, oder? Kennste Sakrileg von Dan Brown? Haste Illuminati? Weißte wer Dan Brown ist?"

- Hmm.   

"Und, wie fandste?"

- Gut.   

"Weißte, dass die Frau von Dan Brown Kunsthistorikerin ist?"

- Nee.   

"Wie bitte?"

- Nein!   

"Aber, was Kunsthistorik ist, weißte, oder?"

- Ja.    

"Total interessant. Haste Dich damit schon mal beschäftigt?"

- Bisschen.   

"Hier, Dings, kennste Raffaelo Santi? Diesen italienischen Maler der Hochrenaissance?"

- Nee.   

"Ganz bekannt. Hat Madonnen und Fresken gemalt. Was Madonnen sind, weißte aber?"

- Ja.   

"Da fällt mir ein: Madonna – haste das neue Video gesehen?"

- Hmm.   

"Und, den Typen, der im Background tanzt, kennste?"

  [...]

Für die nächsten Stunden werden wir einander aber nicht kennen lernen, sondern unser Wissen abgleichen. Von Resultat und Ergebnis vorliegenden Kompatibilitätstests wird zudem abhängen, ob überhaupt Basis besteht, uns künftig auch nur unter Umständen näher kennen zu lernen. Was natürlich nicht wir entscheiden. Dies entscheidet der Kennste-Haste-Weißte-Mensch. Besser gesagt: Er wird uns jedwede Beurteilung in dieser Sache zuvorkommend abnehmen. Was nur angemessen scheint, denn: Er kennt, er hat und er weiß. Was auch immer.

Eine Frage konnte ich mir hierbei bis heute nicht beantworten: Hat der Kennste-Haste-Weißte-Mensch nun ein übersehr ausgeprägtes Ego oder hat sein Ego gar Komplexe? Ich bin mir nicht sicher. Eine Herausforderung bleibt die Begegnung mit ihm allemal. Nicht zuletzt für mein Ego, siehe oben.  

Gleichzeitig ist die Bedürfnisbefriedigung des Typs "Kennste-Haste-Weißte" eine sensible und äußerst diffizile Angelegenheit. Nicht nur, dass wir wissen sollten – und zwar nicht das, was wir wissen, sondern das, was er weiß (bitte nicht zu verwechseln!) – wir sollten zeitgleich keinesfalls zuviel davon wissen. Denn auch wenn wir ganz bestimmt nicht der richtige Gesprächspartner für ihn sind, wenn wir rein gar nichts wissen - dies, da ihm zweifellos nicht gewachsen – wissen wir zuviel (bitte unbedingt zu beachten!), sind wir noch viel weniger sein Freund. In diesem Fall wird seine abschließende Endauswertung nämlich ergeben: Wir sind arrogant. Folglich werden wir ihn jedoch nie wiedersehen.

In gleicher Weise ist bitteschön unbedingt davon abzusehen, uns gänzlich immun und unbeeindruckt von seinem Wissen zu zeigen. Gleich, ob wir nun selbst wissen, oder auch nicht. Zeigen wir uns nämlich gänzlich immun und unbeeindruckt von seinem Wissen, wird sich sein abschließendes Werturteil kaum von vorhergehendem Moment unterscheiden: Hochmut kommt vor dem Fall. Oder aber: Wir sind unerträglich arrogant. Auch auf diese Art werden wir ihn daher nie wiedersehen.

Wünschen wir aber, uns im Angesicht des Kennste-Haste-Weißte zumindest die Option auf ein Wiedersehen, näheres Kennenlernen und/oder ähnliches offen zu halten, sollten wir uns tunlichst mit den Regeln geeigneter Gesprächsführung mit diesem Typus vertraut machen. Oben angeführtes Beispiel kann uns hierbei als gehaltvoller Leitfaden gelten. Denn einerseits wird uns in diesem Sinne größtmögliche Geduld und Ausdauer abverlangt sein [siehe oben: der Kennste-Haste-Weißte-Mensch führt gern ausufernde Monologe, die sein Wissen adäquat repräsentieren], andererseits werden wir uns immer wieder als Meister der blitzschnellen und überaus flexiblen Reaktion erweisen müssen. Denn, siehe oben: Der Kennste-Haste-Weißte wird in seinen Ausführungen kaum vergessen, uns mittels unerwartet und überraschend eingeflochtener Lieblingsfragen kontinuierlich wie eingehend unter die Lupe zu nehmen. Dies allein, um auf diesem Weg zuverlässig unseren Wissensstand zu ermitteln.  

Die so trügerisch unschuldig anmutenden und unermüdlich wiederkehrenden Wörtchen "Kennste?" – "Haste?" – "Weißte?" entscheiden demnach jedoch über unser gesamtes weiteres Sein und Werden. Wenn wir aber in diesen wesentlichen Momenten versagen, werden wir auf ganzer Linie versagt haben. Denn wenn wir gar allzu wenig kennen, nicht haben und nicht wissen, wird uns der Kennste-Haste-Weißte-Mensch kaum für ein interessantes, lukratives Investitionsobjekt befinden. Wir sehen ihn also nie wieder, vergleiche oben.

Und nicht zuletzt macht es sich immer gut, gelegentlich gänzlich ungefragt die Gesprächsleitung zu übernehmen. Souverän, bescheiden, devot. Nicht zu dünn auftragen, nicht zu dick, dem Kennste-Haste-Weißte nie die Oberhand streitig machen, uns aber gleichzeitig unbedingt als ebenbürtig sowie außerordentlich verständig erweisen. Schwierig. Jedoch lohnend. Beachte: Wir können einen Kennste-Haste-Weißte als Freund gewinnen. Dies aber verspricht unserem Ego ungeheuren Auftrieb. Es wird das selbstgewählte Exil hiernach nie wieder in Erwägung ziehen müssen.

Ich persönlich gehe dem Kennste-Haste-Weißte-Mensch mittlerweile aus dem Weg. Ich mache in seiner Begegnung einfach alles verkehrt. Nicht nur, dass ich nichts kenne, nichts habe und nichts weiß – sicher nicht ganz unbeeinflusst von dem Umstand, dass ich mir schlichtweg nichts merke - und nicht nur, dass ich mich allzu sehr immun wie unbeeindruckt von dem Wissen jedwedes Kennste-Haste-Weißte zeige, nein, darüber hinaus habe ich auch noch meine ganz eigenen Ansichten über das Kennste-Haste-Weißte-Prinzip. Ansichten, die jedoch keinem Vertreter der Art 'Kennste-Haste-Weißte' so recht schmecken möchten. Ich habe deshalb so oder so noch nie einen von ihnen wiedergesehen.

Tatsächlich bin ich nämlich der Auffassung, dass es kein besonderer Verdienst ist, sich Wissen anzueignen. Sprich: lesen zu können. Ich meine zudem, mich zu erinnern, dass dies eine Fähigkeit ist, die ein Großteil westlicher Bevölkerung bereits im Grundschulalter erwirbt. Aber ich bin mir wie gesagt nicht ganz sicher, daher keine geschützte Information.

Und nicht zuletzt halte ich Kennen und Verstehen, Wissen und Einsicht, noch immer für zwei getrennte Paar Schuhe. Und weiß, wem ich hierbei meinen eindeutigen Vorzug gebe.

Und Wissen bar jeder Einsicht und frei von Verständnis? In meinen Augen bloßer Humbug.

Aus diesem Grund bevorzuge ich heute jedoch den Typus "Ich-bin-mein-Terminkalender". Auch eine interessante Spezies. Nicht ganz so kompliziert, wenn man weiß, wie zu handhaben. Doch zu dieser Spezies vielleicht an anderer Stelle mehr. Dennoch darf ich vorab ja schon mal fragen: Kennste?

Partnerwahlen

Wenn es darum geht, himmlischer Fügung ihr Geheimnis zu entlocken und für uns unzweifelhaft in Erfahrung zu bringen, ob uns in eben diesem Moment gottgegebene Bestimmung, die eine Liebe unseres Lebens, unser formvollendetes Glück gegenübersitzt – Kismet, das sich jeder Vernunft und allen weiteren Überlegungen entzieht, lauten unsere Fragen in etwa so: "Was trinkst Du am Morgen – Kaffee oder Tee?" – "Hast Du Abitur gemacht? Studiert? Was machst Du beruflich?" – "Was sind Deine Hobbies?" – "Du rauchst und trinkst doch nicht?" - "Kannst Du das Wort 'Xylophon' buchstabieren?" – "Wie oft wechselst Du Deine Unterhosen?"  

Erst aber, wenn sowohl augenscheinliche Prüfung als auch umfangreicher Frage-Antwort-Katalog positiven Bescheid und ausreichend Übereinstimmung erfahren haben, werden wir himmlische Fügung - Kismet, das sich jeder Vernunft und allen weiteren Überlegungen entzieht, als solches auch anerkennen. Und unsere gottgegebene Bestimmung, die eine Liebe unseres Lebens, unser formvollendetes Glück endlich auf ewig in die Arme schließen. Vorausgesetzt, derjenige oder diejenige ist anhand vernunftgetreuen Testverfahrens zuvor zu selbem Ergebnis gelangt, versteht sich.  

Sollten messbare Übereinstimmungen hingegen gar zu knapp ausfallen oder äußerst zu wünschen übrig lassen, und auch unsere augenscheinliche Prüfung kaum zufrieden sein mit dem, was sie sieht, dann kann es sich beileibe nicht um Kismet handeln. Und schon gar nicht um himmlische Fügung. 

Denn wenn Gott uns – dem studierten, kaffeetrinkenden Volljuristen, der weder trinkt noch raucht, gerne liest, bevorzugt Anzüge trägt und Gewalt verabscheut (und der außerdem jeden Tag mehrmals seine Unterhosen wechselt) – den raufenden, rauchenden, trinkenden Bauarbeiter, der weder Tee noch Kaffe, sondern ausschließlich Schultheiss trinkt, der Jeans in allen Formen und Farben sein eigen nennt, und der das Wort 'Volljurist' weder zuverlässig lesen noch schreiben kann, (und über dessen unterwäschetechnischen Habitus wir weiterhin keine gesicherte Aussage treffen können), wenn Gott uns (!) allen Ernstes so jemanden vor die Nase setzt, dann kann dies nur zweifellos ein Irrtum sein. Keinesfalls aber Kismet. Geschweige denn das Glück unseres Lebens. Und wenn da einer noch so anziehend wirken mag. Mit Anziehungskraft allein zahlt man nun mal keinen Bausparvertrag ab.

Ohne dem kann ich aber nicht glücklich werden. Niemals. Das weiß auch Gott.  

Manchesmal beschleicht mich die Ahnung, dass das, was wir Liebe nennen, nicht Gefühls- sondern reine Vernunftgeburt ist. Dass Liebe steuerbar ist und tagtäglich in dieser Art von uns gesteuert wird. Denn es sind die wenigen, die sich nicht nur über Konvention und Norm, Realität wie äußere Anforderung, Schein und Fassade hinwegsetzen, sondern vor allem auch über ihren ureigenen Anspruch, heimlich verfolgte Ziele wie Absichten und über ihre persönliche Rationalität. Die wenigen, die zwar unsere Helden sind, denen wir es im Grunde aber niemals gleichtun möchten.  

Denn wo wir ansonsten die Vermischung von Rassen, Klassen, Religion und Tradition predigen, sind wir in inniger Zweisamkeit kaum noch bereit, im Härtegrad unseres Frühstückseis Abstriche zu machen. Begegnen wir aber jemandem, der exakt und genau wie wir das Drei-Minuten-Ei präferiert, dann sprechen wir kurzum von seelischer Verwandtschaft.  

Liebe ist... strategisch perfektes Kalkül? Der meisterhafte Plan vom Glück?  

Es scheint in der Tat ein interessanter Katalog, mit dem wir jedes unserer Gegenüber wie potentiellen Partner konfrontieren – Hobbies, Herkunft, Gesellschaftsschicht, schulische Bildung, Aussehen, Lebensvorstellungen, Zukunftspläne, Alter, sprachlicher Ausdruck. Ich meine, immerhin wünschen wir ein ganzes Leben miteinander zu verbringen. Und uns nicht aufgrund unüberbrückbarer Diskrepanzen eines stillen Tages im Wechsel zu ermorden. Aber: Ist das, was wir suchen, auch immer das, was uns am glücklichsten macht? Sind Selbstbild, Eigendefinition wie Identifikationsmomente tatsächlich die wirklichen Kompetenzen für unser Lebensglück? Und: Wieviel Macht geben wir grundsätzlich dem äußeren Schein? Und nicht zuletzt: Wer hat uns diesen ganzen Mist eigentlich beigebracht?  

Wenn wir professionelles Fußball spielen, dann hat die besten Chancen, wer ebenfalls professionell Fußball spielt - wer Fußball liebt - wer Fußball mag - wer Fußball tolerieren kann. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Im Zweifel und in Ausnahmefällen ziehen wir auch noch denjenigen in die engere Wahl, der Fußball hasst und ihm seine aufrichtige Abneigung entgegenbringt. Dafür müssen hier dann aber andere Dinge her -  wir lieben beide Spaghetti, haben gleichermaßen unsere Jugend im Background der Upper-Class, alternativ beiderseits in der Bronx verbracht, oder wir teilen identische Vorstellungen von einem erfüllten Leben. Dinge, die eine Fußballdifferenz letztlich tragbar machen und überhaupt erst rechtfertigen.  

Aber mit jemandem zusammen sein, mit dem uns nicht viel mehr verbindet als aufrichtiges Gefühl? Der nicht zuletzt weder unserem Selbstbild noch unserer Eigendefinition entgegenkommt, und der uns darüber hinaus wenig bietet, mit dem wir uns identifizieren könnten? Geschweige denn wollen? Eine Sache, die uns oftmals zuviel Ritterlichkeit erfordert. Ein Ding, das wir schlichtweg nicht in unsere Überlegungen einbeziehen. Oder aber: Eines der vielen No-Gos des Beziehungsreigens. Zumal wir unser Gefühl nur selten aufrichtig nennen werden, wenn unser enttäuschtes Have-Must beharrlich quengelt und quält.  

Dass Liebe im wirklichen eine ausgeprägte Vernunftsache ist, und die Gefühle zumeist erst folgen (dürfen), wenn unsere rationale Prüfung positiven Bescheid erfährt, will uns oftmals erst dann auffallen, wenn wir lieben und gar nicht lieben wollen. Wenn wir einem der seltenen Momente gegenüberstehen, in denen das Gefühl schneller und forscher war als die Vernunft, und auch auf unser inniges Drängen nicht klein beigeben will. Wenn das Gefühl der Vernunft ein einziges Mal nicht die Entscheidung überließ. Wenn Vernunft und Gefühl sich streiten und das Gefühl sich ausnahmsweise nicht mit gewohnter Verliererrolle zufrieden geben will.  

Und plötzlich finden wir uns in den Armen eines weitaus jüngeren und rational für uns unhaltbaren Liebhabers, am Busen eines gestandenen Vollweibs oder an der Hand des verachteten Proleten. Oder auch einfach in vertrauter Gesellschaft eines wundervollen Menschen, dessen Nase uns schlichtweg nicht passt. Und kommen eigentlich gar nicht klar. Denn zeitgleich wird uns ungeschönt bewusst, wie viel Wert wir eigentlich darauf legten, dass genau dies niemals geschieht. Dass wir Alter, Aussehen und den Faktor 'Style' in alle unsere bisherigen Wahlen einfließen, und ihnen vollendete Regentschaft überließen. Ohne dass uns diese Ansprüche auch nur jemals weitreichendere Gedanken wert gewesen wären.  

Und nun? Zu üblicher Manier zurückkehren und wie gewohnt nicht lieben, weil wir nicht lieben wollen? Oder lieben und gewohntes Selbstbild, Eigendefinition wie Identifikationsmomente der gründlichen Renovierung unterziehen? Und weshalb funktioniert eigentlich dieses Mal nicht, was sonst immer und zuverlässig funktioniert? Dass wir nämlich erst lieben, wenn wir lieben wollen bzw. ausschließlich den lieben, den wir lieben wollen – und niemals ohne zuvor die Vernunft nach ihrem Urteil gefragt zu haben.  

Ich meine, es ist ja immer eine nette Sache, über Liebende zu lesen, die erst nach einer langen Odyssee des Für und Widers zueinander finden durften, über Liebespaare zu hören, die ihre Liebe über alle sachlichen Argumente hinweg siegen ließen, oder aber Betrachter von Leidenschaften zu sein, die sich über alle Konvention und üblichen Spielregeln hinwegsetzten. Nichts, was uns mehr rührt, kaum etwas, das unserer Vorstellung von wahrer Liebe näher kommt. Aber: Was, wenn wir selbst in dieser Situation sind? Und: Sind es tatsächlich diese Kriterien, die uns im täglichen Spiel der Partnerwahl und –suche als vorrangige Maßgabe für unsere Entscheidungen gelten?  

Ich befürchte fast, nein. Denn wenn die Vernunft und das Gefühl sich streiten, scheint zumeist die Vernunft der Gewinner zu sein. Oder anders ausgedrückt: Gibt die Vernunft kein grünes Licht, werden wir üblicherweise der Meinung sein, schlicht und einfach keine Gefühle zu empfinden. Was uns nicht passt, das nehmen wir nicht. Was nicht passt, das hat kaum eine Chance. Was uns hingegen passt, wird noch passender gemacht. Das, was wir wollen, sowieso. Chemie – Biologie, Psychologie, Soziologie – oder einfach nur Schwachsinn?  

Wenn ich mir meinen eigenen Anspruchskatalog bewusst anschaue, ein Ding, mit dem ich tagtäglich ohne absichtliches Wissen hantiere, wird mir schwindlig. Wenn ich mir denjenigen anderer anschaue, ebenfalls. Wenn ich direkt wie persönlich mit dem Anspruchskatalog eines Gegenübers konfrontiert bin und gegebenenfalls dem Punkt "rassiger, südländischer Typ bevorzugt" zum Opfer falle, wird mir nicht schwindlig, sondern schlecht. Zeitgleich möchte ich nicht wirklich wissen, wie vielen Menschen bereits in meiner Gegenwart und somit umgekehrt schlecht geworden ist.  

Meine Katze wird derart zum unzweifelhaften Wink des Schicksals für den Hundebesitzer. In gleicher Weise noch für den Katzenallergiker. Der Hundebesitzer oder Katzenallergiker wird zum unzweifelhaften Wink des Schicksals für mich. Mich, den Katzenliebhaber. Wir gehören nicht zusammen, sind keinesfalls füreinander bestimmt – das Schicksal spricht eine deutliche Sprache. Nichts zu rütteln, nichts zu deuteln. Im schlimmsten Fall aber wird der Hundebesitzer oder Katzenallergiker zum Schicksal für meine Katze. Aber keine Angst – dies ist einer von 379.000 Fällen. Und auch nur deshalb, weil wir beide Spaghetti lieben, beiderseits Bronx buchstabieren können und identische Vorstellungen von einem erfüllten Leben teilen.  

Der 45jährige Junggebliebene sucht weibliches Pendant, das bestenfalls 25, maximal jedoch 29 Lenze zählt. Die 29jährige hingegen küsst ganz bestimmt niemanden, der älter als 35 ist. Der zweifach Geschiedene und Getrennte, samt 3 Kindern, sucht unschuldsvolle Partnerin, nicht geschieden, nicht getrennt, die keinesfalls eigene Kinder hat. Potentielle Partnerin, ledig, unschuldsvoll, kinderlos, sucht natürlich niemand anderen als den Mann, für den kategorisch gleiches gilt. Der keine Kinder hat. Unschuldsvoll ist. Geschiedene oder Getrennte jedoch schon mal gar nicht. Die Hübsche nimmt keinen Hässlichen. Der Hässliche will aber eine Hübsche. Hässlich ist er ja selbst. Die 1,63-Frau will den 1,95-Mann. Der 1,95-Mann will aber überhaupt keine Frau. Sondern eine Basketballkarriere bei den Knicks. Der strohblonde Finne sucht die glutäugige Spanierin. Und sucht somit die glutäugige Spanierin, die einen strohblonden Finnen sucht. Und der Gebildete? Nimmt keine Ungebildete. Schließlich wünscht er mit er seiner Herzensdame im Mindestanspruch zwei aufeinanderfolgende Sätze geradeaus reden zu können. Womit er immerhin Einigkeit mit der Gebildeten vorweist. Denn die Gebildete? Nimmt keinen Ungebildeten. Wünscht sich aber nicht nur Gebildeten, sondern zugleich einen ganzen Mannskerl. Heute unterhält sie folgerichtig zwei Männer.  

Ich möchte wirklich nicht behaupten, dass an dieser ganzen Sache rein gar nichts dran wäre. Denn ohne Frage hat es seine Berechtigung, Liebe, Glück & Erfüllung in der gegenseitigen Übereinstimmung wie in der Ergänzung, in der Verwandtschaft und in der Vervollständigung zu suchen. Und doch: Hat irgendjemanden sein persönliches Diktat schon jemals zum Ziel gebracht? Haben wir schon einmal gefunden, was wir wollten? Und zwar da, wo wir suchten? Hat irgendjemand bereits das Gesamt erfüllten Anspruchskatalogs an seiner Seite gehabt?  

Und wenn ja, hat es uns glücklich gemacht?  

Zumeist läuft es doch so: Wir suchen unser Selbst oder das Ideal von einem Selbst, aber wir suchen nicht im eigenen Innern, sondern in einem Außen. Wir fragen nach Harmonie und Frieden. Wir ersehnen die Leidenschaft. Und wenn wir einander gefunden haben? Dann manifestieren wir unseren Traum vom Leben. Oder träumen weiter. Genießen Harmonie und Frieden. Vermissen still die Leidenschaft.

War es bis hierher aber ausschließlich der langhaarige, grünäugige Harley-Fahrer, den ich suchte, Hannoveraner, zärtlich und mit Aktiendepot, finde ich ihn, und wagt er es tatsächlich, mich zu enttäuschen, dann werde ich meinen Anspruchskatalog gewissenhaft überdenken. Einsicht üben. Und siehe da: Er war Steinbock. Kann ja nicht gut gehen. Von nun an werde ich daher aber nicht mehr den langhaarigen, grünäugigen Harley-Fahrer suchen, Hannoveraner, zärtlich und mit Aktiendepot, sondern: Den langhaarigen, grünäugigen Harleyfahrer, Hannoveraner, zärtlich und mit Aktiendepot, der KEIN Steinbock ist. Alternativ auch den Mann, der NICHT langhaarig ist, NICHT grünäugig, NICHT Harley-Fahrer, NICHT aus Hannover, NICHT zärtlich und KEIN Aktiendepotbesitzer. Kommt ganz darauf an, wie herbe die Enttäuschung war. Der Rest meiner ideellen Vorstellung bleibt hiervon selbstredend unberührt. Und wieder einmal hat mein Anspruchskatalog Zuwachs bekommen. Bestehende Toleranzgrenze wird kleiner und kleiner. Die Chance auf Erfüllung auch.  

Wir lieben, wen wir lieben wollen. Niemand anders. Wie auch anders.  

Gründe, nicht zu lieben, finden wir hingegen immer. Wann werden wir auch umgekehrt derart argumentationsstark sein? 

 

Ringelpiez mit Anfassen 

Sofern wir heiß und innig in beliebigen Jemand verliebt sind, und uns nichts sehnlicher wünschen, als dass dieser Jemand ebenso heiß und innig in uns verliebt ist, ist definitiv der beste Weg, um dieses Ziel zeitnah und möglichst zuverlässig zu erreichen: Schleunigst nicht mehr heiß und innig verliebt sein. Am besten: überhaupt nicht mehr verliebt sein. Und am allerzuverlässigsten: Besagtem Jemand jetzt & sofort unser aufrichtiges Desinteresse entgegen-bringen. Klappt eigentlich immer. Naja, fast immer. Zumindest stellt dies jedoch zweifellos aussichtsreichste Variante dar.  

Wie sagte da einmal jemand? 'Einer liebt immer mehr als der andere.' Für weitaus realistischer halte ich jedoch noch die Einsicht, dass da einer überhaupt nicht liebt, wenn der andere zu früh, zu abrupt, zu ausufernd oder zu offensichtlich liebt. Nach einer mittel- bis langfristigen Aufwärmphase mag dies unter Umständen anders aussehen und es wird uns erlaubt sein, mehr oder minder ausgewogen zu lieben, aber in unserer ersten Annäherung können wir auf uns auf genannte Doktrin erfahrungsgemäß verlassen. Daraus aber ergibt sich: Willst Du vergöttert werden, halte Dich zurück – willst Du verteufelt werden, gehe in die Vollen. Klappt fast immer. Was rede ich: Klappt immer.  

Irgendwie eine absurde Geschichte, dieses Prinzip – aber es lässt uns wie besagt selten im Stich. Denn siehe: Sind wir gar allzu sehr in einen anderen verliebt, können wir sicher sein, dass er vielleicht vieles, einiges, manches - aber ganz bestimmt nicht eines tut: sich in uns verlieben. Umgekehrt brauchen wir einem anderen Menschen nur unser ungekünsteltes, aufrichtiges Desinteresse zu bekunden, und er wird in 60 Prozent der Fälle eines tun: sich in uns verlieben. Wenn wir es hinzu noch verstehen, unser Desinteresse ganz und gar mühelos aussehen zu lassen - was fraglos am besten gelingt, wenn wir zu keinem Zeitpunkt anderes als aufrichtig und ungekünstelt desinteressiert waren – steigt der genannter Prozentsatz schon auf über 70 Prozent. Ist der andere aber gar allzu sehr in uns verliebt, kann er sicher sein, dass wir vieles, einiges, manches – aber ganz bestimmt nicht eines tun: uns in ihn verlieben.  

Einzig denkbare Ausnahmen wären: Unser Desinteresse war von Anfang an gefakt (tatsächlich sind wir gar allzu sehr verliebt) und wir haben unsere Sache mehr als gut gemacht. Oder aber wir haben uns das Thema Liebe und Verliebtsein bis hierher offen gehalten und unser Gegenüber war so klug, nicht kurzum mit der Tür ins Haus zu fallen. Sondern sich vielmehr in vornehmer Zurückhaltung sowie dezenter Galanz zu üben. In diesen und seltenen anderen Fällen steht einer Liebesgeschichte á la Groschen- und Kitschroman rein theoretisch nichts mehr im Wege. Praktisch vielleicht schon. Aber das ist ein anderes Thema.  

Ich meine, was ist das für ein Schmalspur-Prinzip? Und was will uns dieses Konzept eigentlich genau sagen? Verliebe Dich nie, um sicherzustellen, dass Du verehrt wirst? Verliebe Dich erst, wenn Du ohne Zweifel weißt, dass Dir der andere hoffnungslos verfallen ist? Oder aber: Liebe ist gut, Desinteresse besser?  

Keine Ahnung. Fragen über Fragen. Hiervon unberührt bleiben dennoch meine eingehenden Feldstudien, die ich nun bereits seit Jahren betreiben darf, und die mir zumindest nahe legen, gekonntes Desinteresse für die geeigneteste Variante zu halten, ein Gegenüber trunken vor Liebe zu machen. Klappt nur nicht immer. Das mit dem Desinteresse. Der Rest schon. 

Denn siehe: Manchmal werde ich selbst noch trunken. Warum? Frag Gott. Wann? Vielleicht vor allem dann, wenn jemand anderes aufrichtig desinteressiert an mir ist -?- Ich weiß es nicht. Aber vielleicht sollte ich anmerken, dass ich nach wie vor Single bin.  

Nun gut, ich denke ein klein wenig differenzierter will diese Sache schon betrachtet werden. Immerhin beschäftige ich mich ja schon lange genug damit. Bedeutet: Es ist durchaus legitim, zumindest ein bisschen verliebt zu sein – und zwar ganz ohne uns hiermit kurzum alle Chancen auf kunstgerechtes Liebesglück vollends wie ganz zu versieben. Aber wie gesagt: Bitte nur ein bisschen. Schön die Kontrolle und einen kühlen Kopf  bewahren. Andernfalls werden wir nämlich sofort und unwiderruflich zum wiederholten Opfer benannt vermaledeiten Prinzips. Heißt: Verlieren wir den Kopf, werden trunken oder verlieben uns mehr als ein bisschen, können wir uns gewünschte Gegenliebe in diesem Moment auch schon wieder abschminken. Unmittelbar und auf absehbare Zeit. Weshalb wir eigentlich sofort wieder aufhören können damit. Aufhören, den Kopf zu verlieren, trunken zu werden oder mehr als ein bisschen verliebt zu sein. Bringt uns nichts ein. Nur Katzenjammer.  

Ich fasse bis hierher zusammen: Aufrichtiges und ungekünsteltes Desinteresse ist die sicherste Methode, um uns der Liebe eines Gegenübers sicher zu sein. Gleich danach kommt das kalkulierte Desinteresse. Klappt auch noch meistens. Neutralität ist neutral, ein bisschen verliebt sein ist okay. Ein bisschen mehr als ein bisschen verliebt sein ist Tabu - und alles darüber hinaus ist letztlich das selbstinszenierte Todesurteil. Es sei denn, wir legen es darauf an, aufrichtiges, ungekünsteltes Desinteresse zu erfahren. Überhaupt eine interessante Frage: Ist die beste Medizin gegen den lästigen Verehrer unsere trunkene Liebe? Wird er die Flucht ergreifen, sobald wir ihm überzeugend beizubringen wissen, dass wir ihm hoffnungslos verfallen seien? Egal.  

Kasus Knaxus und wesentliche Fragestellung bleibt: Wozu das alles?  

Zum Beispiel neulich: Verliebe ich mich doch unsterblich – und? Reines Desinteresse. Oder gestern: Bin ich doch vollends desinteressiert – und? Verliebt sich einer unsterblich. Ich habe ihm aber gesagt, dass ich vollends desinteressiert bin. Morgen wird er es wahrscheinlich auch wieder sein. Und ich verliebe mich unsterblich. In ihn natürlich.  

Was hat sich die Schöpfung hier nur ausgedacht? Ist einer immer klüger als der andere? Oder dümmer? Und wenn ja – wer ist klüger, wer ist dümmer? Oder gibt es unter Umständen doch etwas Fundamentales zu begreifen? Fundamentale Erkenntnis, die uns punktum aus den Fängen unglückseligen Prinzips befreit?

Ich bin mir nicht sicher. Aber glücklich würde ich schon mal gerne bald werden. Und zwar nicht nur mit dem, den ich nicht liebe. Weil es der einzige ist, der mich liebt. Und auch nicht unglücklich mit dem, den ich liebe. Da er mich aber nicht liebt.  

Wenn wir davon ausgehen - und ja, ich möchte meinem Verständniswillen zugunsten auch an dieser Stelle spirituelle Anleihen machen - wenn wir wie gesagt davon ausgehen, dass hiesige, menschliche Paarungen, sowie irdischer, dramaturgisch gekonnt inszenierter Beziehungsreigen an und für sich ein Spiel zwecks Selbsterkenntnis und Einsicht sind [liebe Dich selbst, erkenne Dich selbst  - Du bist unabhängig, in Dir vollständig und göttlich], dann wäre unter Umständen eine Erklärung dieses Prinzips, dass zwar Liebe, Verlieben und Lieben kaum verkehrt sind – dass es aber grundsätzlich immer verkehrt ist, uns selbst dabei zu vergessen.  

Untermauert dadurch, dass meiner Erfahrung nach das bisschen Verliebtsein ja durchaus durchgeht. Schwierig wird es wie besagt erst dann, wenn ich ein bisschen mehr als ein bisschen verliebt bin. Wenn ich mit Tür und Fenster zugleich ins Haus falle, und nicht mehr weiß, wer ich bin, noch, wie ich heiße. Geschweige denn, wie mich am günstigsten verhalten sollte. Aber bereit bin, alles und jedes zu tun – sofern es nur Gefallen findet.  

Dies also die Fälle, in denen mir ein Misserfolg bisher so sicher war wie das Amen in der Kirche. Ich hätte mir nur manchesmal gewünscht, doch schlicht und einfach zurückgeliebt zu werden. Dann hätte ich auch aufgehört, mich zu vergessen. Spätestens nach 14 Tagen. Spätestens nach besagter Dauer wäre ich mir sicher wieder eingefallen. Hält ja niemand länger aus. So ganz ohne sich.  

Dennoch bin ich nicht der Überzeugung, dass diese Erklärung das Gesamt benannten kuriosen Prinzips abdeckt. Weiterhin zum Tragen kommen hier meiner Meinung nach äußerst menschliche, und somit wenig heilige Momente.  

Denn irgendwie scheint niemand von uns so richtig zu wollen, was er umsonst angeboten, mehrmals täglich angepriesen oder aber in Überdosen und zum Paketpreis offeriert bekommt. Anders ausgedrückt: Liebe und mangelnde Jagd scheinen sich nicht bis ins letzte zu vertragen. Wir wollen erobern, gewinnen und Entfernung überbrücken. Entgegengesetzt: Niemand von uns möchte eingenommen oder übermannt werden – schmeckt zu sehr nach verlorener Schlacht oder geschenktem Sieg. Und Angst krie